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KI-Suche findet unsere Website kaum – hilft eine llms.txt?

KI-Suche und llms.txt

Eine llms.txt verbessert weder Ihr Google-Ranking noch Ihre Chance, in KI-Übersichten zitiert zu werden. Sie hilft KI-Agenten, die im Auftrag eines Menschen Informationen zusammentragen, Ihre Website schneller zu lesen. Erzeugt das CMS die Datei, ist der Aufwand gering. Wie viel sie bringt, hängt an den Seitenbeschreibungen, die darin landen.

Wenn die Website in KI-Antworten nicht vorkommt

In der Marketingrunde fällt die Frage, warum ChatGPT zum eigenen Unternehmen nur Allgemeines oder Veraltetes antwortet. Jemand hat gelesen, dass es dafür eine Datei gibt, die man „einfach hochladen“ müsse. Ein Prüfwerkzeug meldet inzwischen, sie fehle. Wer dafür zuständig ist, weiß niemand so genau, und ob die Datei überhaupt etwas bewirkt, auch nicht. Vielleicht ist sie nur die nächste Pflichtübung, von der in zwei Jahren keiner mehr spricht. Gleichzeitig wächst der Druck, „etwas mit KI“ vorweisen zu können. Am Ende steht eine kleine technische Entscheidung, die sich anfühlt wie eine strategische, und für die es keine belastbare Grundlage gibt.

Was eine llms.txt ist

Die llms.txt ist eine Textdatei im Stammverzeichnis einer Website, also unter ihre-domain.de/llms.txt. Sie fasst den Inhalt der Seite so zusammen, dass Sprachmodelle ihn leicht lesen können. Vorgeschlagen hat sie Jeremy Howard 2024 auf llmstxt.org, im August 2026 wurde die Beschreibung überarbeitet. Geschrieben ist sie in Markdown, einer schlichten Textauszeichnung ohne Layout. Oben stehen ein Titel und eine Kurzbeschreibung, darunter Listen mit Links zu den wichtigsten Seiten. Zusätzlich soll jede Seite als reine Textfassung unter derselben Adresse mit der Endung .md abrufbar sein.

Ein KI-Agent ist ein Programm, das selbstständig Webseiten aufruft, um eine Aufgabe zu erledigen. Ohne llms.txt muss er den HTML-Quelltext jeder Seite durcharbeiten, mit Navigation, Cookie-Hinweis, Skripten und Fußzeile. Das kostet Rechenaufwand und führt zu Fehlern. Mit der Datei bekommt er ein Inhaltsverzeichnis mit Prioritäten und saubere Textfassungen. Damit bestimmen Sie, was ein Agent zuerst liest. Ob er Ihre Website überhaupt besucht, bestimmen Sie damit nicht.

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Wo die Datei nichts bewirkt

Für die klassische Suche ist die Frage beantwortet. Google hat im Mai 2026 in seinen Hinweisen zur Sichtbarkeit in KI-Funktionen geschrieben, dass eine llms.txt dafür nicht nötig ist. John Mueller von Google hatte sie schon vorher mit dem Keywords-Meta-Tag verglichen, das seit Jahren keine Rolle mehr spielt.

Etwa zur selben Zeit kam Lighthouse 13.3 heraus, das Analysewerkzeug in Chrome. Im neuen Bereich „Agentic Browsing“ prüft es, ob eine llms.txt vorhanden ist. Das widerspricht sich nur auf den ersten Blick, weil zwei verschiedene Leser gemeint sind. Für das Ranking in der Suche bleibt die Datei wirkungslos. Für Agenten, die im Browser Aufgaben erledigen, wird sie gerade zur üblichen Konvention.

Der Zugriff von Crawlern, die Inhalte für das Training von Sprachmodellen sammeln, wird weiterhin über die robots.txt geregelt. Welche KI-Anbieter die llms.txt auswerten, ist öffentlich nur lückenhaft dokumentiert.

Wie ein CMS die Datei erzeugt

Für TYPO3 13 und 14 gibt es seit Kurzem die Erweiterung „LLMs.txt Generator“ (Schlüssel rt_llms_txt). Ich habe sie selbst entwickelt. Sie steht unter der GPL-Lizenz kostenlos im offiziellen Erweiterungsverzeichnis, und andere Entwickler bieten eigene Ansätze für dieselbe Aufgabe an. Bei blindwerk läuft sie auf allen Websites, die wir neu mit TYPO3 14 aufsetzen, derzeit sind das 14.

Die Erweiterung erzeugt die Datei automatisch, sobald der Cache geleert wird, also der Zwischenspeicher, aus dem TYPO3 Seiten ausliefert. Jede Seite gibt es zusätzlich als Markdown mit vorangestellten Metadaten, auch mehrsprachig. Im Seiteneditor kommt ein eigener Reiter hinzu. Dort lassen sich eine Priorität von 0 bis 100, Beschreibung, Zusammenfassung und Schlagworte pflegen oder einzelne Seiten ausschließen. Auf Wunsch schützt ein API-Schlüssel den Zugriff. Das ist ein Zugangscode, den nur bekannte Partner mitschicken können.

Daraus ergeben sich zwei Grenzen. Installationen auf TYPO3 12 oder älter werden nicht unterstützt, wer dort steht, hat zuerst ein Update vor sich. Und wenn die neuen Felder leer bleiben, entsteht eine Datei, die formal korrekt ist und inhaltlich wenig sagt. Die Technik ist in einer Stunde eingerichtet, die eigentliche Arbeit steckt in den Texten.

Zwei Wege

Weg eins: selbst einrichten oder bewusst lassen. Ihre Website hat eine überschaubare Seitenzahl, das System ist aktuell, und im Team kann jemand Composer bedienen, das Werkzeug, mit dem TYPO3-Erweiterungen installiert werden? Dann ist die Erweiterung an einem Nachmittag produktiv. Legen Sie vorher fest, welche zehn bis zwanzig Seiten ein Außenstehender zuerst lesen sollte, und schreiben Sie nur für diese eine Beschreibung. Den Rest schließen Sie aus oder lassen ihn ohne Priorität.

Genauso vertretbar ist es, die Datei vorerst nicht einzuführen. Wer kein Budget für ein Update hat und wessen Kunden nicht über KI-Agenten recherchieren, verliert heute nichts. Beide Varianten kommen ohne externe Hilfe aus, auch ohne uns.

Weg zwei: als Teil des Betriebs einführen. Das lohnt sich, wenn mehrere Websites und Sprachen in einer Installation laufen, geschützte Bereiche existieren oder die Datei an Partner und Portale ausgeliefert werden soll. Dann gehören Ausschlussregeln, API-Schlüssel und die regelmäßige Pflege der Beschreibungen in den Wartungsvertrag. Dazu kommt die Prüfung, ob versteckte Seiten auch versteckt bleiben. Eine llms.txt, die veraltete Angebote an erster Stelle nennt, schadet mehr als eine, die fehlt.

Auf beiden Wegen macht die Datei eine gut strukturierte Website schneller lesbar. Eine unübersichtliche Website wird durch sie nicht besser.

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Der nächste Schritt

Welcher Weg passt, hängt vor allem daran, ob Ihr System auf einer Version läuft, die die Erweiterung trägt, und ob es gepflegt genug ist, um sie aufzunehmen. 

Der TYPO3 Secure Scan prüft Version, installierte Erweiterungen und bekannte Sicherheitslücken. Sie bekommen einen schriftlichen Befund und brauchen dafür keinen Termin. 

Steht ein Versionssprung an, finden Sie die Wege dorthin auf der Seite TYPO3-Update. 

Mehr zur laufenden Betreuung unter Betrieb & Weiterentwicklung.

Quellen

Spezifikation llmstxt.org (Fassung vom 10.08.2026); Google-Hinweise zur Sichtbarkeit in KI-Suchfunktionen, Mai 2026, zitiert nach Search Engine Journal; Lighthouse 13.3, Audit „Agentic Browsing“, Mai 2026; Dokumentation „LLMs.txt Generator“ auf docs.typo3.org und github.com/rtfirst/llms-txt, abgerufen am 23.09.2026. Einsatz der Erweiterung: 14 neu aufgesetzte TYPO3-14-Websites bei blindwerk, Stand September 2026, Quelle Projektdokumentation.

Über den Autor

Roland Tfirst ist KI- und TYPO3-Developer bei blindwerk und Entwickler der Erweiterung rt_llms_txt.

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